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[How to] Die optimale Bremse
   by Ben | 18 Feb 2006 5:26 pm

Du hast jetzt auch so ein tolles kleines Fahrrad mit den lustigen Stangen an der Seite? Aber irgendwie wollen deine Bremsen nicht so wie du?

Dann hoffe ich mal, dass ich dir helfen kann! Die Verzögerung (wie schnell du stehst oder wie schnell dein Rad blockiert), hängt  von nur 2 Faktoren ab:

1. Von der Reibung zwischen Felge und Bremsklötzen.

Verbesserungen zur Komplettrad Bremsanlage werden hier erstens (und am günstigsten) durch neue Bremsbeläge erreicht. Die „neuen“ sollten möglichst viel Reibung haben, also möglichst weich sein. Weiche Bremsbeläge haben natürlich mehr Verschleiß, was sich aber trotzdem noch in Grenzen hält!

Empfehlung:

 

Kool Stop Bremsbeläge (Rot ist weicher als Schwarz! Beim Kauf einfach mal fragen)

Ausserdem besser als die ach so coolen schwarzen Felgen sind Chrom Felgen   (nein die bestehen nicht zu 100 % aus Chrom ;-) Eine Felge besteht meistens aus Aluminium, nur haben die „Chrom Felgen“ einen „Überzug“ aus Chrom, der besonders hart ist, also lange auf der Felge bleibt, und eine wesentlich bessere Reibpaarung mit den Gummi Bremsbelägen abgibt, als die schwarzen Felgen.

hallo(Das ist eine Chrom Felge ;-)

Wichtig ist natürlich auch, dass die Felge und die Bremsklötze immer schön sauber sind. Ich bin da altmodisch und benutze immer Spiritus und ein „Küchentuch“.


 

2. Von der Bremskraft.

Hiermit ist die Kraft gemeint, die wenn du am Hebel ziehst, zwischen Felge und Bremsklötzen wirkt.
Hier spielen verschiedene Hebel eine große Rolle, daran kann man aber nur etwas ändern, wenn man sich eine neue Bremse oder einen neuen Bremshebel kauft.
Bremskraft Killer Nummer 1 sind die Rotorkabel

 
(Oberes Rotor Kabel: vom Bremshebel zum Rotor)


(unteres Rotorkabel: Vom Rotor zur Bremse)

 

Ab hier teilt sich der Weg zur optimalen Bremse:

 

1. Weg: du entscheidest dich einfach deinen Rotor abzubauen

Kabel ab, Rotor ab und dann? Zeug erstmal in ne Kiste, und dann brauchst du ja wohl ein neues Kabel…

Wenn man keine Barspins oder Tailwhips und ähnliches macht, dann reicht ein ganz normales Bremskabel mit ganz normaler Aussenhülle von Fahrrad Meyer nebenan. Wichtig ist hier das Kabel so zu kürzen, dass es nicht zu lang oder zu kurz ist. Harmonische Bögen sind hier das Zauberwort! Von selbst versteht sich, das du auch immer "Zugendhülsen" benutzt!

Wenn du aber dann doch mal dran denkst dich an Lenker verdreh Tricks zu probieren, dann führt kein Weg an einem Spezial Kabel ala Linear Slic, Nokon oder ähnlichem vorbei!


(Odyssey Linear Slic Kabel)


(Nokon Kabel)

 

Mit diesen Kabeln kannst du dein Lenker 360° oder mehr drehen, und kannst immer noch bremsen. Aber auch hier ist es nicht unentscheidend das Kabel auf die richtige Länge zu bringen, denn wenn es zu lang ist, ist die Reibung zwischen Bowdenzug und Aussenhülle größer Als dir lieb ist, und die Bremskraft wird geringer! Wenn es zu kurz wird bremst du obwohl du garnicht bremsen willst...

Um Züge zu kürzen kann man entweder einen „Seitenschneider“ von Papi nehmen, oder einen speziellen Kabelschneider. Ich habe mir so ein Teil vor langer Zeit mal gekauft, und seitdem ist Züge kürzen das reine Vergnügen! Da „aufgezwirbelte“ Bowdenzüge der Vergangenheit angehören!


(wirlich zu empfehlen!)

 

Die Abgeschnittenen Züge sollten entweder mit einem Quetschnippel „verschlossen“ werden oder verlötet. Das mit dem Verlöten hab ich neulich mal probiert, und bin seitdem zu 100% überzeugt. Vorraussetzung ist natürlich das man einen Lötkolben, Lötzinn und möglichst noch Flussmittel hat. Ende des Zuges kurz in das Flussmittel halten (z.B. Lötfett) und dann mit dem Lötkolben den Zug erhitzen, und kurz Lötzinn dranhalten. Natürlich sollte kein „Klumpen“ Lötzinn dranhängen, damit man später der Zug auch wieder durch die Aussenhüllen ziehen kann.


(Quetschnippel: billig und gut)

 

Weiteres Problem sind die Kabeldreiecke! (Weithin unterschätzt wie ich meine!) Wenn der Zug der vom einen zum anderen Bremsarm geht „Knicke“ hat, also jedes Mal wenn du am Hebel ziehst sich erstmal „strecken“ muss bevor er die Kraft an die Bremsarme weiter gibt, so verlierst du einen großen Teil der Bremskraft! Also neues Kabel da rein. Ich denke so tolle Kabeldreiecke sind auch zu empfehlen, habe sie aber noch nicht ausprobiert.


(Tektro Kabeldreieck)

 

2. Du willst nicht auf das Lenker Gedrehe verzichten? Gut dann bleibt der Rotor dran!

Jetzt wirst du aber etwas tiefer in die Tasche greifen müssen…
Wie schon gesagt, die normalen Rotorkabel haben einfach zu viel Reibung!
Hier werde ich mich kurz halten, da ich auch nicht so viel Erfahrung habe, aber ich kann das Gemini Kabel empfehlen:


(Dragonfly Gemini Kabel)

Wie du siehst kommen 2 Züge aus dem Bremshebel „heraus“ und es findet keine Unterbrechung mehr bis zum Rotor statt. d.h. genauso wenig Reibung wie mit einem einfachen durchgehenden Bremskabel. Dann kommt der Rotor, da gibt es ganz tolle Industrie gelagerte Rotoren, von denen ich allerdings nicht weis ob das was bringt, die Kraft die übertragen wird erhöht sich dadurch auf jeden Fall nicht, höchstens die Drehbewegung wird schneller/leichter, soll uns aber hier nicht interessieren! Aber ob das dann 50€ wert ist, musst du schon selbst entscheiden!


(Odyssey Rotor )

Natürlich muss das untere Rotorkabel auch weg, schliesslich soll die Bremsanlage ja optimal werden! Hier gibt es nur eine Möglichkeit (meines Wissens nach).

Der Odyssey „London Mod“:


Hierbei wird das untere Rotor Kabel durch 2 einzelne “normale” Aussenhüllen (auch linear Slic ist hier möglich) ersetzt. Die Bremse muss allerding an beiden Bremsarmen die Möglichkeit haben einen Zug zu befestigen. (Die Teuren haben das)  Zughüllen kürzen verläuft genauso wie immer! (Harmonische Bögen)


(Wie du siehst wird der London Mod in den "Zughalter" geschraubt, und kann dann 2 anstatt 1 Zug aufnehmen, und diese nach hinten zur Bremse leiten. Das Kabeldreieck der Bremskraft Killer Nummer 2 entfällt!)

Hier noch ein paar Bilder zum Besseren Verständniss:



(Gemini Kabel: 2 Züge vom Bremshebel zum Rotor)


(Rotor: 2 Züge gehen rein und 2 raus... gut ist immer so)


(Vom Rotor gehen 2 (durchgängige) Kabel zum London Mod, wo sich die Aussenhüllen abstützen, und dann direkt zur Bremse!)

So ich hoffe euch einen Überblick gegeben zu haben was ihr machen könnt um eure Bremse zu verbessern. Meiner Meinung nach gibt es eben nur die 2 Möglichkeiten: entweder kein Rotor, und dann Linear Slic, oder Rotor mit Gemini Kabel und London Mod!

Von der Möglichkeit irgendwelche Klebrigen Substanzen auf meine Felgen zu schmieren halte ich herzlich wenig, ich will eine Bremsanlage die, einmal eingestellt, auch für lange Zeit ordentlich funktioniert.

Ich bin bis vor kurzen ein Linear Slic Kabel gefahren, und bin dann wieder umgestiegen auf ein System mit Rotor. An meinem Rad war zuerst eine Tektro Anlage dran, die ich aber Stück für Stück ausgetauscht habe. Jetzt befindet sich an meiner Karre: Dirt Harry Hebel, Odyssey Vanguard Bremse, Geminikabel, billig Rotor und ein London Mod mit Linear Slic Kabeln. Und die Bremsleistung ist definitiv besser als nur mit Linear Slic Kabel, was hauptsächlich an dem ollen Kabel lag, das meine Bremsarme verbunden hat.

Danke Parano für die Bilder.
Wenn ihr mal bei Einem Shop rumgeschaut habt, werdet ihr feststellen, dass es nicht billig ist eine gut funktionierende Bremse sein eigen zu nennen. Aber es ist grundsätzlich auch möglich aus einer Tektro Bremse(-anlage) gute Bremsleistung heraus zukitzeln!

Bei Fragen: Frage bei den Kommentaren stellen...



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